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Empathie als Schlüssel: Prozessarbeit mit Susan Skye

Empathie als Schlüssel             Prozessarbeit nach Susan Skye

Zur Heilung des verletzten Kindes             praktischer Therapieprozess auf Basis der GFK und neurowissenschaftlichen Theorie

Sabine Geiger, Sibylle Baumgartner (Hrsg.): Empathie als Schlüssel

Gewaltfreie Kommunikation in psychologischen Berufen. Anwendung in Psychotherapie, Beratung und im sozialen Bereich

 

 Im Fachbuch “Empathie als Schlüssel”  werden die Prozessarbeit mit Tiefer Empathie erstmalig national wie international in Buchform vorgestellt!!! auch genannt Transformationsprozesse, High Quality Empathie, Empathie-Coaching, Empathisches Counseling, Tiefe Empathie o. ä. Alles Begriffe für eine neue Arbeitsweise, für die es noch nicht so recht ein einheitlicher Name entwickelt hat. Diese Empathie-Methode hat sich auf Basis der Gewaltfreien Kommunikation als Methode im Kommunikationstraining entwickelt. Diese Arbeit biete auch ich für Menschen in individuellen Empathie-Coachings am Telefon an und lehre sie in meinen Ausbildungen und Seminaren.

 

 

Im Fachbuch „Empathie als Schlüssel“ stellt Susan Skye im 4. Kapitel den neurobiologischen Ansatz Prozessarbeit mit Tiefer Empathie vor, den sie zusammen mit ihrer Kollegin Sarah Peyton entwickelt hat. In diesem BLOG will ich das 4. Kapitel „Zur Heilung des verletzten Kindes - praktischer Therapieprozess auf Basis der GFK und neurowissenschaftlichen Theorie” vorstellen.

 


Wie die Prozessarbeit mit Empathie entstanden ist

Diese Empathie-Methode hat sich auf Basis der Gewaltfreien Kommunikation im Kommunikationstraining entwickelt. Drei US-amerikanische Autoren haben festgestellt, dass sich ihre Körper verändern, durch die viele Empathie, die sie während ihren Kommunikationstrainings erhalten und gegeben haben. Heute weiß man, dass dieser Veränderungen auf dem Konzept der “Epigenetik” beruhen (Zellveränderung durch Veränderung unserer Psyche). Aufgrund dieser praktischen Erfahrungen haben die drei Kommunikationstrainer (Robert Gonzales, Susan Skye und Sarah Peyton) das Modell der Gewaltfreien Kommunikation weiterentwickelt und die Transformationsprozesse mit Empathie entwickelt:

 

Zur Heilung des verletzten Kindes

Susan schildert ausführlich, welche verheerenden Auswirkungen emotionale Traumata im Allgemeinen und besonders Kindheitstraumata im Besonderen auf die Entwicklung unseres Gehirns haben.

Sie geht auf die Bindungstheorie nach Daniel Siegel ein, die im Fachbuch “Wie wir werden, die wir sind” grundsätzlich, gründlich und systematisch vorgestellt werden. Dieses Buch ist sehr wissenschaftlich und ich bespreche es in einem eigenen Blog. Susans Ausführungen geben in Grundzügen die Erkenntnisse kompakt, verständlich wieder und reichen völlig aus zur Verständnis der wissenschaftlichen Grundlagen der Interpersonellen Neurobiologie IPNB nach Daniel Siegel.

 

=> mein BLOG Link folgt

 

Heilung liegt im Identifzieren der nicht erfüllten Lebensqualität

Für die Integration von Traumata ist die Affektabstimmung des Therapeuten mit seinen Klienten wichtig (auch als Attunement, emotionale Resonanz oder Empathie bezeichnet). Der Therapeut lässt sich auf die emotionale Welt des Klienten und spiegelt ihm seine Erlebniswelt zurück.

Heilung liegt nicht im Wiedererleben des alten Schmerzes, sondern im Identifizieren und Fühlen der Lebensqualitäten, die Kinder in der Vergangenheit nicht erleben durften. Imagination, Vorstellung und Phantasie erlauben den Klienten direkt und körperlich zu erfahren, wie es sich anfühlt, diese Lebensqualität zu erfahren, z.B. wie es sich anfühlt, sich sicher, geborgen und geliebt zu fühlen.

 

 

Imagination ermöglicht neuronale Integration

Für die Integration von Traumata ist die Affektabstimmung des Therapeuten mit seinen Klienten wichtig (auch als Attunement, emotionale Resonanz oder Empathie bezeichnet). Der Therapeut lässt sich auf die emotionale Welt des Klienten und spiegelt ihm seine Erlebniswelt zurück.

 

Heilung liegt nicht im Wiedererleben des alten Schmerzes, sondern im Identifizieren und Fühlen der Lebensqualitäten, die Kinder in der Vergangenheit nicht erleben durften. Imagination, Vorstellung und Phantasie erlauben den Klienten direkt und körperlich zu erfahren, wie es sich anfühlt, diese Lebensqualität zu erfahren, z.B. wie es sich anfühlt, sich sicher, geborgen und geliebt zu fühlen.

 

Bei Traumata kann unser Gehirn nicht wachsen

Kurz und knackig führt Susan in die neurobiologischen Grundlagen der Traumatheorie ein: Sie stellt das Zusammenwirken von präfrontalen Cortex, limbischen System und Stammhirn vor. Sie erklärt, dass ein ungelöstes,  unverarbeitetes Trauma zu Verschiebungen in der Wahrnehmung von Vergangenheit und Gegenwart führt, sog. Trigger oder Reaktivität. Das heißt: wir erleben etwas, das uns „unbewusst“ an eine Kindheitssituation erinnert und wir werden von Gefühlen überflutet (Wut, Hilflosigkeit, Angst, Panik), dass wir unsere Reaktion und unser Verhalten nicht mehr wirklich aktiv steuern können. Wir sagen Dinge, die wir nicht wirklich meinen. Wir beenden Beziehungen, weil wir Nähe oder Verletzungen nicht mehr ertragen. Das implizite Gedächtnis hindert uns mit überwältigenden Gefühlen an der selbstbestimmten Gestaltung unserer Lebens- und Bindungssituation.

 

 

Das kindliche Gehirn wurde ernsthaft geschädigt, ist z.B. nachweislich leichter und hat weniger neuronale Strukturen. Durch Empathie, Mitgefühl und emotionale Resonanz können sich neue Neuronen bilden und Neuronen miteinander verknüpfen. Das Gehirn wird schwerer und die neuronalen Verdrahtungen komplexer. Wir entwickeln uns zu mehr personeller Integrität, sind weniger von äußeren Faktoren beeinflussbar und können unser Leben selbstbestimmt gestalten (daher der Titel von Daniel Siegel: Wie wir werden, die wir sind).

 

Susan erlebte selbst schwere Kindheitstraumata

Susan offenbart, dass sie selbst als Kind schwere Traumatisierungen erfahren hat und erklärt, wie es ihr gelungen ist, diese zu verarbeiten. Susan meint, “dass diese frühe Erfahrung stark zu meiner therapeutischen Kompetenz beigetragen hat. Ich kann jemanden begleiten, der tiefe und intensive Emotionen erlebt. Ich habe keine Angst vor Schmerz und finde den Zugang zu tiefer Empathie für alle, die sich nach der Liebe, der Wärme und dem Verständnis sehnen, die sie von ihren Eltern nicht bekamen.” Seite 116

 

Praktische Übungen zur Verhinderung der Reaktivität

Ziel der therapeutischen, integrativen Arbeit ist es, dem Klienten zu Selbsteinfühlung, Selbst-Mitgefühl und Selbstempathie zu ermächtigen und somit unabhängig von einer anderen Person und dem therapeutischen Prozess zu machen.

 

Susan zeigt aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz zwei Übungen, die Klienten dabei unterstützen die limbische Alarmreaktion zu verlangsamen (überwältigende Gefühle zu regulieren):

Übung 1: Atemübung aus dem Achtsamkeitstraining

Übung 2: Benennen von Körperempfindungen und Gefühlen

 

Seite 123-124

 

Tiefe Empathie ist wichtig für eine gesunde Gesellschaft und Welt

Susan hat diese Prozesse oft im Rahmen von Kommunikationstrainings begleitet. Auf Seite 128 bekennt sie: “Die Schönheit der entstehenden, fast transzendenten Verbindung berührt die Herzen und schafft ein Feld, das ich RESONANTE HEILUNG nenne.”

 

Die Bedeutung dieser Arbeit fasst sie mit folgenden Worten zusammen:

“Kindheitstraumata zu behandeln ist sowohl für uns als Individuen als auch für unser Wohlbefinden in der Gesellschaft wichtig. Verletzte Individuen schaffen eine verletzte Welt…”

 

Sie wünscht sich, dass diese Prozessarbeit, in jeglichen Ausbildungen und Seminaren rund um das Kommunikationstraining der Gewaltfreien Kommunikation gelehrt wird.

 

Ich biete folgende Seminare zum Thema an.

 

 

Was ich Finde

Kurz verständlich und praxisbezogen schafft Susan ein neurologisches Verständnis für das, was Empathie und Mitgefühl wissenschaftlich nachweisbar in unseren Gehirnen bewirkt. Ein schöner verständlicher Artikel.

Vor allem gefällt mir die Offenheit von Susan. Wie sie bin ich der festen Überzeugung, dass die besten Therapeuten und Kommunikationstrainer, diejenigen sind, die die “ganze Scheiße” selbst erlebt haben. Auch ich in meiner Kindheit und während meines Lebens schwere emotionale Traumatisierungen erlebt. Erst durch die Auseinandersetzung mit der Gewaltfreien Kommunikation, mit zunehmender Reife, Wissen und Erfahrung ist mir bewusst geworden, dass es sich um Traumatisierungen handelt.

Wie Susan stelle ich an mir eine Fähigkeit zu tiefer, tiefer Empathie und zur Fähigkeit, andere Menschen in sehr schmerzhaften Gefühlen tief zu begleiten.

Gewaltfreie Kommunikation ist so viel mehr als Kommunikationstraining und Konfliktlösungstool im Konfliktmanagement und Mediation. Die Giraffensprache nach Marshall Rosenberg beruht auf Empathie und Selbstempathie und erfordert eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Denken, Gefühlen und Werten. Deshalb trägt sie zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Empathie und Selbstempathie können einen wesentlichen Beitrag leisten zur Heilung und Genesung von Klienten.

 

Susan Skye und Sarah Peyton sind meine Favoriten, Lieblingslehrer der Transformationsprozesse. Ich habe viel von ihnen gelernt – und dieser verständliche Beitrag hat noch mal mein Verständnis vertieft.

 

GFK-Buchtipp Fazit

„Empathie als Schlüssel“ ist ein absolut hochwertiges Buch, das geeignet ist für

  • Menschen, die in psychologischen Berufen und im sozialen Bereich arbeiten
  • alle Menschen, die sich für Gewaltfreie Kommunikation interessieren
  • alle Menschen, die sich für Empathie und ihre praktische Anwendung interessieren

 

 

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Empathie als Schlüssel - Prozessarbeit mit Susan Skye
Emotionale Traumata heilen mit Empathie
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